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Von der Erneuerung persischer und
kurdischer Musik Iranische G?ste Das kurdisch-persische Familienensemble
Kamkar gab im Z?rcher Moods ein spannendes Konzert
DANIEL R?EGG
E s gibt auch Sch?nes zu berichten aus der Welt des Islam. Am ver-gangenen
Sonntag war zum Bei-spiel das ber?hmteste kurdisch-persi-sche Ensemble aus
dem Iran wieder einmal in Z?rich zu Gast: die Familie Kamkar. Sinnigerweise
war sie nicht nur vom Veranstalter, Hugo Faas, an-gek?ndigt worden, sondern
stand auch im Begleitprogramm der vor kurzem er?ffneten, sehr zur Zeit
passenden Ausstellung Islamischer Alltag in Z?rich im Stadthaus (siehe AZ
vom 26. 9. 01).
Sieben Familienmitglieder in Z?rich Die Kamkars, von denen sieben
Fa-milienmitglieder, darunter die begabte Setar-Spielerin Gashang K.,
anwesend waren, brachten ihr gewohntes Pro-gramm selbstverst?ndlich mit
neuen St?cken , bestehend aus einem persi-schen, eher klassischen Teil und
einem kurdischen, eher volksmusikalischen Teil. Vor allem dieser zweite Teil
riss das Publikum mit, da abwechselnd mit langsameren und st?rker persisch
be-einflussten St?cken immer wieder be-liebte Tanzlieder erklangen, deren
stark synkopierten Rhythmen die anwesen-den Kurden kaum widerstehen konn-ten
und die sie fingerschnalzend oder tanzend begleiteten. Die zweite
Konzerth?lfte war im ?brigen mehrheitlich von einem in Lu-ristan (gemeint
ist das ganze s?dliche Kurdistan zwischen Iran und Irak) sehr beliebten
Modus, der in europ?ischen Ohren wie Dur klingt, gepr?gt, obwohl es da auch
noch andere Musikgattun-gen g?be. Musikalisch spannender und f?r die Familie
Kamkar wohl wichtiger war die erste H?lfte, die mit Nawa , einem persischen
(auch kurdischen) Modus, ?berschrieben war. Gegeben wurde eine Suite aus
mehreren S?tzen, die aber nicht alle in diesem Modus ge-spielt wurden. Dies
ist eine erlaubte, bei Persern sehr gepflegte Interpretation, die unter
Kennern als in einen andern Modus schleichen bezeichnet wird. Erkennbar
waren unter anderem Shur -artige Elemente.
Verw?sserung der Musik? Genug gefachsimpelt das, was auch Europ?er
interessieren d?rfte, ist der spezifische, durchaus multikulturelle Umgang
der jungen Generation der Kamkars mit der Tradition. Neben tra-ditionellen
Abfolgen und Spielweisen treten neue Elemente, f?r die einzelne
Familienmitglieder sowohl gelobt wie kritisiert werden (je nach Standpunkt
des H?rers). Am st?rksten wird dies beim jungen Santur-Spieler Ardavan K.
h?rbar, dessen Spiel sich teilweise weit von klassischer Melodieumspielung
entfernt. Es kann bei ihm durchaus vor-kommen, dass er eine aus dem Rezital-spiel
des Cembalos bekannte, kontra-punktische Umspielung der Melodie-linie
einsetzt, die einen Europ?er und vielleicht auch manchen persischen
Connaisseur ?berzeugt, die aber von Puristen auch als Verw?sserung
kriti-siert wird. Auch andere Mitglieder setzten frem-de, f?r persische
Musik neue Spieltech-niken ein, etwa Arsalan K. an der Ud mit seinem
gitarre?hnlichen, akkordi-schen Spiel, aber es war vor allem Arsa-lan, der
damit brillierte, sein Instru-ment wie ein anderes klingen zu lassen, sei es
wie ein Cembalo, sei es wie eine Mandoline.
Spieltechnik und Interpretation Die Spieltechnik ist das eine, die
mu-sikalische Interpretation ein anderes. F?r persische (und kurdische, im
Ge-gensatz zu europ?ischen) Ohren gilt die Musik der Kamkars als neue
Str?-mung. Sie kann umschrieben werden als eine Musik mit alten Gedanken,
die sich mit neuen Gef?hlen mischt und die sowohl von neoreligi?sen (seit
Kho-meini) als auch von modernen Tenden-zen (etwa westliche Intonationen)
ge-pr?gt ist. Die spannende Frage lautet deshalb: Bewegen sich die Kamkars
von der Tradition weg, oder entwickeln sie diese weiter?Wo es mit
stimmlichen Mitteln nicht ging, half der so genannte Ausdruck
Eine S?ngerin, die herzhafter lachen konnte als alle Markt-frauen zusammen
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